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Hadith: „Lasst mich, solange ich euch in Ruhe lasse. Wahrlich,…

Von Abū Huraira رضي الله عنه wird vom Propheten صلى الله عليه وسلم überliefert, dass er sagte:

„Lasst mich, solange ich euch in Ruhe lasse. Wahrlich, diejenigen vor euch gingen nur aufgrund ihrer vielen Fragen und ihrer Uneinigkeit mit ihren Propheten zugrunde. Wenn ich euch etwas verbiete, dann meidet es. Und wenn ich euch etwas befehle, dann führt davon so viel aus, wie ihr vermögt.“

[Ṣaḥīḥ] – [Übereinstimmend überliefert] – [Ṣaḥīḥ al-Buchārī, Nr. 7288]

Erklärung

Der Prophet صلى الله عليه وسلم erwähnte, dass die religiösen Bestimmungen in drei Kategorien eingeteilt werden:

  1. Das, worüber geschwiegen wurde
  2. Verbote
  3. Gebote

Erstens: Das, worüber die Scharīʿah geschwiegen hat

Das bedeutet, dass darüber keine Bestimmung erlassen wurde. Grundsätzlich gilt bei den Dingen, dass keine Verpflichtung besteht.

Zu seiner صلى الله عليه وسلم Lebzeit war es verpflichtend, davon abzusehen, nach einer Angelegenheit zu fragen, die noch nicht eingetreten war, aus Furcht davor, dass deswegen eine Verpflichtung oder ein Verbot herabgesandt werden könnte. Denn Allah ließ solche Dinge aus Barmherzigkeit gegenüber den Dienern unerwähnt.

Nach seinem صلى الله عليه وسلم Tod gilt jedoch: Wenn die Frage in Form einer Bitte um eine Rechtsauskunft oder zum Erlernen dessen gestellt wird, was man für seine Religion benötigt, dann ist dies erlaubt, vielmehr ist danach zu fragen sogar angeordnet.

Wenn die Frage jedoch aus Starrsinn, Spitzfindigkeit und unnötiger Übertreibung gestellt wird, dann ist dies das Fragen, von dem in diesem Hadith abgeraten wird. Denn dies kann zu etwas Ähnlichem führen, wie es den Kindern Isrāʾīls widerfuhr.

Ihnen wurde befohlen, eine Kuh zu schlachten. Hätten sie irgendeine Kuh geschlachtet, hätten sie den Befehl erfüllt. Doch sie erschwerten die Angelegenheit durch ihre vielen Fragen, woraufhin sie selbst mit zusätzlichen Einschränkungen belastet wurden.

Zweitens: Die Verbote

Dies sind Angelegenheiten, deren Unterlassung belohnt und deren Ausführung bestraft wird. Daher müssen alle Verbote vollständig gemieden werden.

Drittens: Die Gebote

Dies sind Angelegenheiten, deren Ausführung belohnt und deren Unterlassung bestraft wird. Daher muss man davon so viel erfüllen, wie man vermag.

Nutzen aus dem Hadith

  1. Man sollte sich mit dem Wichtigsten beschäftigen, was man tatsächlich benötigt, und das unterlassen, was man gegenwärtig nicht benötigt. Ebenso sollte man sich nicht mit Fragen über Dinge beschäftigen, die noch nicht eingetreten sind.
  2. Es ist verboten, Fragen zu stellen, die möglicherweise zu einer unnötigen Verkomplizierung der Angelegenheiten und zur Eröffnung der Tür zu Zweifeln führen, die wiederum zahlreiche Meinungsverschiedenheiten hervorrufen können.
  3. Die Anweisung, alle verbotenen Dinge zu unterlassen. Da im Unterlassen der Verbote grundsätzlich keine Schwierigkeit liegt, wurde das Verbot allgemein formuliert.
  4. Die Anweisung, die gebotenen Dinge entsprechend der eigenen Fähigkeit auszuführen. Denn ihre Erfüllung kann mit einer Belastung verbunden sein oder der Mensch kann dazu unfähig sein. Deshalb wurde die Ausführung der Gebote an die Fähigkeit gebunden.
  5. Die Warnung vor übermäßigem Fragen. Die Gelehrten haben Fragen in zwei Kategorien eingeteilt:
    • Erstens: Fragen, die zum Zweck des Lernens dessen gestellt werden, was man von den Angelegenheiten der Religion benötigt. Dies ist angeordnet. Zu dieser Art gehören beispielsweise die Fragen der Gefährten.
    • Zweitens: Fragen, die aus Starrsinn, Spitzfindigkeit und unnötiger Übertreibung gestellt werden. Diese sind verboten.
  6. Die Warnung dieser Ummah davor, ihrem Propheten zu widersprechen, wie es bei den Völkern vor ihr geschehen ist.
  7. Viele Fragen über Dinge, die man nicht benötigt, sowie die Uneinigkeit mit den Propheten sind eine Ursache für den Untergang, insbesondere bei Angelegenheiten, zu denen man keinen Zugang zu Wissen erlangen kann, wie beispielsweise Angelegenheiten des Verborgenen, die nur Allah kennt, und die Zustände am Tag der Auferstehung.
  8. Die Warnung vor dem Fragen über schwierige und übermäßig komplizierte Angelegenheiten. Al-Auzāʿī sagte: „Wenn Allah seinem Diener den Segen des Wissens verwehren will, lässt Er auf seiner Zunge Spitzfindigkeiten erscheinen. Ich habe sie gesehen: Sie waren die Menschen mit dem geringsten Wissen.“

Und Ibn Wahb sagte: „Ich hörte Mālik sagen: ,Streiterei über das Wissen lässt das Licht des Wissens aus dem Herzen des Menschen verschwinden.‘“

Quellen

  1. Ṣaḥīḥ al-Buchārī, 9/94, Nr. 7288.
  2. Ṣaḥīḥ Muslim, 2/975, Nr. 1337.
  3. Bahǧat an-Nāẓirīn Scharḥ Riyāḍ aṣ-Ṣāliḥīn, von Salīm al-Hilālī, 1/236.
  4. Nuzhat al-Muttaqīn Scharḥ Riyāḍ aṣ-Ṣāliḥīn, von einer Gruppe von Forschern, 1/181.
  5. Scharḥ Riyāḍ aṣ-Ṣāliḥīn, von Ibn ʿUthaimīn, 2/268.
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