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Kein Mann bezichtigt einen (anderen) Mann der Frevelhaftigkeit (Fisq) oder des Unglaubens (Kufr), ohne dass es auf ihn zurückfällt, wenn sein Gegenüber nicht so ist

Der Hadith

عَنْ أَبِي ذَرٍّ -رَضِيَ اللهُ عَنْهُ- أَنَّهُ سَمِعَ النَّبِيَّ -صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ- يَقُولُ: «لَا يَرْمِي رَجُلٌ رَجُلًا بِالْفِسْقِ أَوِ الْكُفْرِ إِلَّا ارْتَدَّتْ عَلَيْهِ، إِنْ لَمْ يَكُنْ صَاحِبُهُ كَذَلِكَ».

Von Abū Dharr (raḍiya Llāhu ʿanhu), dass er den Propheten ﷺ sagen hörte: „Kein Mann bezichtigt einen (anderen) Mann der Frevelhaftigkeit (Fisq) oder des Unglaubens (Kufr), ohne dass es auf ihn zurückfällt, wenn sein Gegenüber nicht so ist.“

Grad des Hadith: Ṣaḥīḥ (authentisch).

Die allgemeine Bedeutung

Der Prophet ﷺ hat verboten, dass ein Mann zu seinem Gegenüber sagt: „O Frevler!“ oder „O Ungläubiger!“; denn wenn sein Gegenüber nicht so wäre, fiele dieses Wort auf den zurück, der es gesagt hat.

Angaben zum Hadith

Überlieferer des Hadith: Abū Dharr al-Ghifārī (raḍiya Llāhu ʿanhu)

Tachrīdsch (Quellennachweis): Überliefert von al-Buchārī.

Quelle des Hadith-Wortlauts: Riyāḍ aṣ-Ṣāliḥīn.

Worterklärungen

  • الْفِسْقُ (al-fisq): das Unterlassen des Befehls Allahs und das Abweichen von der Wahrheit.
  • ارْتَدَّتْ عَلَيْهِ (irtaddat ʿalaihi): sie fiel auf ihn zurück.

Nutzen des Hadith

  1. Der Hinweis auf das Verbot, Menschen ohne rechtmäßige (schariatische) Rechtfertigung zu Ungläubigen zu erklären (Takfīr).
  2. Dass derjenige, der einen anderen der Frevelhaftigkeit oder des Unglaubens bezichtigt, und es so ist, wie er gesagt hat, dadurch weder zum Frevler noch zum Ungläubigen wird.
  3. Die Erklärung desjenigen zum Frevler, der einen Nicht-Frevler der Frevelhaftigkeit bezichtigt.
  4. Die Erklärung desjenigen zum Ungläubigen, der den Gläubigen des Unglaubens bezichtigt, wenn er damit dessen äußere Bedeutung meint und dies für erlaubt hält; meint er es nicht (so), dann ist es kleiner Unglaube (Kufr aṣghar).

Quellen und Referenzen

  1. Nuzhat al-Muttaqīn, verfasst von einer Gruppe von Gelehrten, Verlag: Muʾassasat ar-Risāla, 1. Auflage: 1397 n. H., 14. Auflage, 1407 n. H.
  2. Kunūz Riyāḍ aṣ-Ṣāliḥīn, verfasst von Ḥamad ibn Nāṣir ibn al-ʿAmmār, Verlag: Dār Kunūz Ischbīliyā, 1. Auflage: 1430 n. H.
  3. Bahdschat an-Nāẓirīn, verfasst von Salīm ibn ʿĪd al-Hilālī, Verlag: Dār Ibn al-Dschauzī, Erscheinungsjahr: 1418 n. H. – 1997 n. Chr.
  4. Riyāḍ aṣ-Ṣāliḥīn, verfasst von Muḥyī d-Dīn Yaḥyā ibn Scharaf an-Nawawī, Taḥqīq: Dr. Māhir ibn Yāsīn al-Faḥl, 1. Auflage, 1428 n. H.
  5. Ṣaḥīḥ al-Buchārī, verfasst von Muḥammad ibn Ismāʿīl al-Buchārī, Taḥqīq: Muḥammad Zuhair an-Nāṣir, Verlag: Dār Ṭauq an-Nadschāh, 1. Auflage, 1422 n. H.
  6. Scharḥ Riyāḍ aṣ-Ṣāliḥīn, verfasst von Muḥammad ibn Ṣāliḥ al-ʿUthaimīn, Verlag: Dār al-Waṭan li-n-Naschr, Auflage: 1426 n. H.
  7. Taisīr al-ʿAllām Scharḥ ʿUmdat al-Aḥkām, verfasst von ʿAbdullāh ibn ʿAbd ar-Raḥmān ibn Ṣāliḥ al-Bassām, Taḥqīq: Muḥammad Ṣubḥī ibn Ḥasan Ḥallāq, Verlag: Maktabat aṣ-Ṣaḥāba, Emirate – Maktabat at-Tābiʿīn, Kairo, 10. Auflage, 1426 n. H. – 2006 n. Chr.
  8. At-Tanwīr Scharḥ al-Dschāmiʿ aṣ-Ṣaghīr, verfasst von Muḥammad ibn Ismāʿīl aṣ-Ṣanʿānī, Taḥqīq: Dr. Muḥammad Isḥāq Muḥammad Ibrāhīm, Verlag: Maktabat Dār as-Salām, 1. Auflage, 1432 n. H.
  9. Scharḥ al-Muwaṭṭaʾ, verfasst von Mālik ibn Anas al-Aṣbaḥī, Erläuterung von Schaich ʿAbd al-Karīm ibn ʿAbdillāh ibn ʿAbd ar-Raḥmān ibn Ḥamad al-Chuḍair, elektronische Ausgabe.

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