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Wieso enthalten sich die Gelehrten in Kritik der Herrscher?

  1. Die Unterstellung, dass sich die Gelehrten in Kritik der Herrscher enthalten

Frage:

Verehrter Scheich, Sie und Ihre Brüder, die Gelehrten in diesem Land sind, sind Salafis – und alles Lob gebührt Allah – und Ihre Methode, die Herrscher zu beraten, entspricht der Scharia und wie der Prophet (ﷺ) es erklärt hat – und wir sprechen niemandem Heiligkeit zu, außer Allah schätzt ihn so ein -, dennoch gibt es solche, die Ihnen vorwerfen, dass Sie es versäumt haben, die verschiedenen Widersprüche (zur Scharia), die aufgetreten sind, öffentlich abzulehnen. Und andere wiederum entschuldigen Sie damit, dass Sie unter der Kontrolle und dem Druck des Staates stehen. Haben Sie irgendwelche richtungsweisenden oder klärenden Worte für diese Leute?

Antwort:

Zweifellos sind die Herrscher – wie auch alle anderen Menschen – nicht unfehlbar. Sie zu beraten ist eine Verpflichtung. Sie jedoch in Versammlungen und auf den Kanzeln anzugreifen, gilt als die verbotene Art der Verleumdung. Und dieses Übel (Munkar) ist größer als das, was vom Herrscher selbst ausgeht, da es Verleumdung ist und wegen dessen, was aus der Verleumdung resultiert, wie das Säen von Zwietracht, das Verursachen von Uneinigkeit und das Beeinträchtigen des Fortschritts der Da’wah.

Daher ist es verpflichtend, dafür zu sorgen, dass Ratschläge den Herrschern über zuverlässige und vertrauenswürdige Kanäle erreichen, anstatt sie öffentlich zu machen und Unruhe zu stiften.

Und was die Verunglimpfung der Gelehrten dieses Landes (Saudi-Arabien) anbelangt, dass sie (den Machthabern) keinen Rat geben oder dass sie in ihren Angelegenheiten kontrolliert werden, so ist dies eine Methode, mit der eine Trennung zwischen den Gelehrten, der Jugend und der Gesellschaft angestrebt wird, bis es dem Unheilstifter möglich wird, die Saat seines Übels zu säen. Denn wenn ein böser Verdacht gegen die Gelehrten besteht, wird ihnen kein Vertrauen mehr entgegengebracht, und dann bietet sich den Hizbiyyun die Möglichkeit, ihr Gift zu verbreiten.
Und ich glaube, dass dieser Gedanke in Wirklichkeit eine Intrige ist, die in dieses Land gekommen ist, und diejenigen, die dahinter stecken, sind Ausländer in diesem Land. Es ist die Pflicht der Muslime, sich davor zu hüten.

Sheikh Salih al-Fawzan – Al-Ajwibah al-Mufidah ‘an As’ilah al-Manahij al-Jadidah

  1. Die Richtige Methode im Kritisieren/Beratschlagen der Herrscher

Der Prophet ﷺ sagte:

﴿ من أراد أن ينصح لذي سلطان فلا يبده علانية، ولكن يأخذ بيده فيخلوا به ، فإن قبل منه فذاك ، وإلا كان قد أدى الذي عليه ﴾

“Wer einen Herrscher in einer Angelegenheit beraten will, soll dies nicht öffentlich tun. Vielmehr sollte er ihn bei der Hand nehmen und ihn unter vier Augen beraten. Wenn er den Rat annimmt, ist alles gut. Wenn er ihn nicht annimmt, hat er (der Ratgeber) seine Pflicht erfüllt.” [Überliefert von ‘Iyad ibn Ghanam; Verzeichnet in Musnad Ahmad Nr. 15369 und Ibn Abi ‘Asim in as-Sunnah Nr 1098; als authentisch eingestuft von al-Haakim und al-Albani.]

Frage:

Diese Frage ist wichtig: Was ist der Weg der Ahlul Sunnah wal Jamaah, um die Herrscher zu beraten?

Antwort:

Ihr Weg ist es, die Herrscher im Privaten mit der aufrichtigen Absicht zu beraten und nicht zu kritisieren! Denn wenn sie sie mit der Absicht beraten, sie zu kritisieren, werden sie aufgrund der Absicht, die nicht für Allah ist, scheitern.

Der Prophet war niemals rechthaberisch, also müssen sie die Absicht haben, ihn zu korrigieren. Es ist verpflichtend, dass sie die Herrscher privat beraten, so wie Usama bin Zayd (radiyallahu anh), als die Leute zu ihm sagten: “Willst du nicht diesen und jenen beraten”, d. h. den Kalifen. Er antwortete ihnen und sagte: “Ist es so, dass ich jedes Mal, wenn ich ihn berate, zu euch kommen und euch darüber informieren muss?!” Deshalb beraten sie den Herrscher unter vier Augen. Wenn er den Rat befolgt, ist das Gewünschte erreicht.

In den meisten Fällen werden die Herrscher und die ihnen übergeordneten Kalifen, wenn sie unter vier Augen beraten werden, zu dem zurückkehren, was richtig ist, oder zumindest wird das Wort des Rates einen guten Effekt bei ihnen hinterlassen haben.

Und wenn der Herrscher den Rat nicht befolgt, dann ist es nicht zulässig, die Angelegenheit (öffentlich) zu verbreiten, dass er unmoralischen Praktiken frönt, denn dies wird dazu führen, dass in den Herzen der Menschen Zorn und Bosheit gegen ihn aufsteigen. Und wenn die Herzen der Bevölkerung voll von Bosheit und Hass gegen ihren Herrscher werden, wäre die daraus resultierende Anarchie unbeschreiblich! Die Anarchie würde so weit gehen, dass ein Jugendlicher oder ein Erwachsener, dessen Intelligenz der eines Jungen entspricht, sich an der Gesetzlosigkeit und den Unruhen beteiligen würde.

Scheich Muhammed in Salih al-Uthaymin

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