Frage:
Werden sämtliche Taten eines Menschen hinfällig, wenn er ein Wort sagt, durch das er vom Islam abfällt?
Antwort:
Ja, bis er zu Allah, dem Mächtigen und Erhabenen, bereut. Die Apostasie lässt sämtliche Taten verfallen. Daher muss er zu Allah, dem Mächtigen und Erhabenen, bereuen. Und wer bereut, dessen Reue nimmt Allah an.
Der Fragesteller:
Wenn seine Taten verfallen sind und er anschließend zum Islam zurückkehrt, kehren dann auch seine früheren Taten zu ihm zurück?
Antwort:
Dies ist eine Angelegenheit, über die unter den Gelehrten Meinungsverschiedenheit besteht. Manche Gelehrte sagen, dass sie nicht zu ihm zurückkehren und dass er von Neuem beginnt. Andere sagen, dass sie zu ihm zurückkehren. Zu ihnen gehört Imam asch-Schāfiʼī. Dies aufgrund der Aussage Allāhs, des Erhabenen:
﴿وَمَن يَرْتَدِدْ مِنكُمْ عَن دِينِهِ فَيَمُتْ وَهُوَ كَافِرٌ فَأُولَٰئِكَ حَبِطَتْ أَعْمَالُهُمْ فِي الدُّنْيَا وَالْآخِرَةِ﴾
„Und wer von euch sich von seiner Religion abkehrt und als Ungläubiger stirbt, jene sind es, deren Taten im Diesseits und Jenseits hinfällig werden.“
(Sūrah al-Baqarah, Vers 217)
Er sagte: Allah knüpfte den Verfall der Taten an zwei Dinge: an die Apostasie und daran, darauf zu sterben. Dies weist darauf hin, dass, wenn jemand bereut, bevor er stirbt, seine Taten zu ihm zurückkehren. Und dies ist die Ansicht, die ich Scheich Ibn Bāz immer wieder als die stärkere Ansicht bevorzugen hörte.
Scheich Salih al-Fauzān